Einweihung Nunningerbächli, Bretzwil

Einweihung des ausgedolten Nunningerbächli am 26. Mai 2019

Das 20. Bächlein ans Licht geholt

26.03.2019

Mit der Ausdolung eines 150m langen Teilstücks des Nunningerbächlis in Bretzwil realisierte Pro Natura Baselland ihr 20. Projekt im Rahmen der Aktion Gummistiefelland-BL. Damit wurden gesamthaft 2.75 km Bachlänge aus den Rohren befreit.

Fünfzig Prozent der Kleingewässer im Baselbiet verlaufen unterirdisch in Röhren. Ziel der vor 13 Jahren gestarteten Aktion «Gummistiefelland-BL» war es, diese vergessenen Gewässer ins Bewusstsein der Bevölkerung und der Behörden zu bringen und die Bäche wenn möglich zurück ans Licht zu holen. Ausserdem nahm sich Pro Natura Baselland vor, selbst konkrete Projekte zu realisieren. Angestrebt wurde die Ausdolung von zehn Wiesenbächen mit einer Gesamtlänge von zwei Kilometern. Mit der Freilegung des Nunningerbächlis hat Pro Natura Baselland nun doppelt so viele Projekte realisiert wie geplant und auch die Längenzielvorgabe deutlich übertroffen.

Das Nunningerbächli in Bretzwil entspringt zwar im Baselbiet. Nach wenigen hundert Metern fliesst es jedoch in den Kanton Solothurn und heisst ab dann Seichelbächli. In guter Zusammenarbeit mit den beiden betroffenen Landwirten Werner Schäublin und Bernhard Straumann hat Pro Natura Baselland 150 Meter des bisher eingedolten Nunningerbächlis zurück ans Licht gebracht und damit das umliegende Ackerland ökologisch deutlich aufgewertet. Im Frühling wird der Uferstreifen von beidseitig 6m mittels Direktbegrünung angesät. Dieser Saum wird dann jedes Jahr hälftig gemäht und den Bewirtschaftern als Biodiversitätsförderfläche-Fläche (BFF) vom Bund entschädigt. Als weitere ökologische Aufwertung wird die Böschung entlang der Kantonsstrasse ebenfalls mittels Direktbegrünung als artenreiche Magerwiese neu angelegt.

Gut die Hälfte der knapp 40'000 Franken Projektkosten wurde durch den Naturemade-Fonds der ADEV-Wasserkraftwerk AG finanziert. Dieser Fonds wird durch den Verkauf von ökozertifiziertem Strom gespiesen und steht für Aufwertungsmassnahmen zur Verfügung. Die restlichen Kosten übernahm der Kanton Basel-Landschaft sowie der Fonds Landschaft Schweiz, welcher kürzlich vom Parlament für 10 Jahre verlängert wurde und jährlich schweizweit fünf Millionen Franken für die Landschaftsaufwertung zur Verfügung stellt.

Die Ausdolung des Nunningerbächlis war das letzte Projekt des scheidenden Geschäftsführers Urs Chrétien. Er gab das Dossier anlässlich der Einweihung am Dienstag weiter an seinen Nachfolger Stefan Grichting mit der Hoffnung, dass in den kommenden Jahren von Pro Natura weitere 20 Bäche aus den Rohren befreit und dass Gemeinden, kommunale Naturschutzvereine und Private vermehrt selber aktiv werden. Dank der vor einigen Jahren von Pro Natura Baselland lancierten Initiative "Bäche ans Licht" übernimmt der Kanton Baselland grundsätzlich die Hälfte der Ausdolungskosten von Dritten.

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