Drüsiges Springkraut © Urs Chrétien

Mediencommuniqué Budgetpostulat Neobioten

11.12.2018

Nachdem letztes Jahr der Landrat gegen den Willen des Regierungsrats Fr. 300'000.– für die Umsetzung der Neobiotenstrategie ins Budget aufgenommen hatte, fehlt dieser Betrag im Budgetentwurf 2019 erneut. Die Umsetzung der Neobiotenstrategie sei erst ab 2020 vorgesehen. Diese Sparmassnahme würde den Kanton teuer zu stehen kommen.

Dass die Bekämpfung von Neophyten umso mehr Geld kostet, je länger man zuwartet, zeigt das Sicherheitsinspektorat auf der kantonseigenen Homepage www.neobiota.bl.ch eindrücklich auf. Bekämpfungsmassnahmen machen keinen Sinn, wenn Sie nicht regelmässig weitergeführt werden. Die Kosten steigen sogar exponentiell an. Dies bestätigte an der Budgetdebatte vor einem Jahr auch Paul Wenger von der SVP. "Man kann die Mathematik nicht überlisten", meinte der Mathematiklehrer und unterstützte den Budgetantrag von Mirjam Würth (SP), welcher in der Folge mit 42 zu 38 Stimmen angenommen wurde.

Das Sicherheitsinspektorat zeigt in seinem Jahresbericht 2018 zur Umsetzung der kantonalen Neobiota-Strategie auf, welche Projekte zur Neophyten- und Neozoen-Bekämpfung in der Folge im vergangenen Jahr finanziert werden konnten. Auch für das Sicherheitsinspektorat ist klar, dass diese Projekte unbedingt fortgeführt werden müssen. Wörtlich steht im Jahresbericht: "Falls nächstes Jahr die invasiven Neophyten in den Naturschutzgebieten und an den Wasserläufen nicht bekämpft werden und sich ungehindert vermehren, werden die im Jahr 2018 freigeräumten Gebiete schnell wieder zuwachsen".

Pro Natura Baselland ist zuversichtlich, dass der Landrat an seiner morgigen Sitzung den Entscheid des Regierungsrates, mit der Neophyten-Bekämpfung erneut zuzuwarten, korrigieren wird und wahrscheinlich wird wieder Mathematiklehrer Wenger gefordert sein, wenn er dem Regierungsrat vorrechnen wird, dass man mit Sparmassnahmen auch Geld aus dem Fenster werfen kann.