Bläuling © Pro Natura Baselland

Neues von der Tagfaltergruppe

Hier findest du unsere Neuigkeiten

August 2018

Waldrandaufwertung Rehhag gestartet

Zusammen mit dem Forstrevier Oberer Hauenstein (Simon Czendlik) hat sich Tagfalterschutz BL bei der Walder-Bachmann Stiftung erfolgreich um ein ambitioniertes Naturschutzprojekt im Gebiet Rehhag (Langenbruck, Waldenburg) beworben. Das Kernstück des Projekts bildet eine Waldrandaufwertung: Auf einer Strecke von rund 250 m entstehen mehrere grosse offen Buchten, die sich zu Magerweide und vielfältigen Säumen entwickeln sollen. Die verbleibenden Einzelbäume und Baumgruppen bilden eine starke Verzahnung zwischen dem Buchenwald am steilen Hang und der Magerweide. Auch die Weide wird aufgewertet: Ein grosses, dichtes Gehölze wird stark durchforstet, so dass zwischen den verbleibenden Bäumen artenreiche Säume und Rasen entstehen werden. Ergänzend werden auf der Weide einzelne Bäume werden  gepflanzt. Schliesslich wird ein offener, besonnter Korridor nach Westen Richtung Gerstel erstellt, so dass die beiden wertvollen Naturschutzgebiete optimal miteinander vernetzt sind. 

Die Walder Bachmann-Stiftung übernimmt im Rahmen ihres Förderprogramms «Vernetzung von Offenland und Wald» einen Grossteil der anfallenden Kosten von rund CHF 180’000. Ferner beteiligen sich die Stiftung Spitzenflüeli und ein Orchideenprojekt des Vereins Hotspots mit namhaften Beträgen. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Bewirtschafter der Magerweide, dem Forstrevier und dem Natur- und Vogelschutzverein Waldenburg durchgeführt.

Die Holzereiarbeiten wurden im Spätsommer bereits teilweise ausgeführt. Die ersten neu geschaffenen Flächen sind bereits ergrünt. Nun freuen wir uns darauf, dass die Zielarten die wertvollen Lebensräume besiedeln. Zu ihnen gehören Schmetterlinge, Orchideen und der Baumpieper.

Juni 2018

Kleiner Schlehen-Zipfelfalter wieder im Baselbiet entdeckt

Endlich dürfen wieder einen Nachweis des schweizweit seltenen und stark gefährdeten Kleinen Schlehen-Zipfelfalters (Satyrium acaciae) aus dem Baselbiet vermelden. Am 14. Juni 2018 gelang Thomas Stalling und Nico Heer auf der Erhollenweide in Liesberg die Beobachtung eines Weibchens bei der Eiablage an Schwarzdorn. Über viele Jahre galt die Art bei uns als verschollen, die letzten Beobachtungen stammten von 1980 und 2000. Der Fund ist eine tolle Bestätigung für die jahrelangen Bemühung der Arbeitsgruppe, auf der Erhollenweide sowohl die Arten der artenreichen, offenen Magerrasen (z.B. Wegerich-Scheckefalter Melitaea cinxia und Wundkleebläuling Polyommatus dorylas) als auch die Spezialisten der niederen, wilden Schlehenbrachen zu fördern. Ein schwieriges Unterfangen, da die Schlehe nicht einfach zu zähmen ist und wir auf ein grosses Engagement der Bewirtschafter angewiesen sind. Dieses möchten wir hiermit herzlich verdanken. 

 

November 2017

Artenschutzprojekt Kreuzenzian-Ameisenbläuling: Verbissschutz-Experiment

Obwohl sich der Kreuzenzian von Natur aus mit Bitterstoffen gegen Frassfeinde schützt, werden in unserem Projektgebiet in Liesberg immer wieder zahlreiche blühende Triebe vom Vieh abgerissen. Die vor einigen Jahren ausgepflanzten Enziane sind gut angewachsen, können aber durch den Verbiss keine Samen bilden und die für die Eiablage des Kreuzenzian-Ameisenbläulings wichtigen Blühtriebe stehen nicht zur Verfügung.
In einem Experiment wurde nun untersucht, welche Massnahmen sich als kurzfristige Massnahme gegen Verbiss durch Rinder eignen. Bewährt hat sich einzig das Einzäunen mit kleinen, 3-eckigen Drahtkörben. Andere Massnahmen wie das Einzäunen mit grösseren, 4-eckigen Drahtkörben, Behandeln mit Verstänkerungsmittel gegen Wildverbiss und das Behandeln mit Kuhmist zeigten keine oder nur schwache Wirkung.
Mit dem Eingittern der Enzianpflanzen ist eine kurzfristige Massnahme gegen den Verbiss gefunden. Nun gilt es langfristige Lösungen zu finden, um das Überleben der Enziane im Gebiet zu sichern.

April 2017

Baselbieter Waldnachrichten ganz im Zeichen der Tagfalter

Der Wald ist von grosser Bedeutung für die Tagfaltervielfalt im Kanton. Insgesamt beherbergt er zwar weniger Arten als die mageren Wiesen und Weiden. Und auch der normal genutzte Wald bietet nur entlang der Waldweg und Schlagflächen Lebensraum für ein paar weit verbreitete Arten wie den Zitronenfalter. Aber Spezialstandorte beherbergen eine grosse Artenvielfalt und sind der Lebensraum seltener und gefährdeter Spezialisten, wie den beiden Schillerfaltern oder dem Walliser Waldportier. In der April-Ausgabe der Waldnachrichten durften wir diese Insekten-Hotspots des Waldes und ihr Potenzial für den Tagfalterschutz ausführlich porträtieren: die sonnigen Felsköpfe, Blumenwiesen im lichten Wald, die Waldbestände mit Weichhölzern wie der Espe und die strukturreichen Waldränder mit gut ausgebildeten Krautsäumen. Mit «Tipps für die Praxis» konnten wir die Ansprüche der Tagfalter und anderer Insekten an die Gestaltung und die Pflege den Förstern und vielen weiteren Lesern näher bringen. Wir haben auch die Chance genutzt, unsere Vision für den arten- und strukturreichen «Insekten-Waldrand» mit einer Zeichnung von Christoph Bühler zu illustrieren. Unserer Meinung sollten noch mehr Waldränder nach diesem aufwändigen aber lohnenden Rezept aufgewertet werden.

Ferner bekam Andreas Erhardt, der Leiter der Arbeitsgruppe, die Möglichkeit, unsere Arbeitsgruppe und ihre Anliegen in einem separaten Beitrag vorzustellen. Und Paul Imbeck schliesslich wurde die Gelegenheit geboten, in einem kurzen Artikel die Werbetrommel für Massnahmen zu rühren, von denen die Sommervögel im eigenen Garten profitieren.

März 2017

Waldschmetterlinge

Das Waldbrettspiel ist ein häufiger Waldschmetterling. Der Wald bietet bei zielgerichteter Pflege jedoch Lebensraum für eine Vielzahl von teilweise gefährdeten Schmetterlingen. Bereits 2016 hatte das Amt für Wald für die Forstbetriebe im Forstkreis 3 «Jura» einen Weiterbildungskurs «Naturschutz im Wald» durchgeführt. Thematisiert waren für den Wald wichtige Artengruppen und deren Förderung: Kleinsäuger, Fledermäuse, Tagfalter sowie Reptilien und Amphibien. «Tagfalterschutz BL» durfte den Block Tagfalter präsentieren. Der Anlass war eine tolle Gelegenheit, dem Forstpersonal die faszinierende Welt der Waldschmetterlinge näher zu bringen und unsere Anliegen anhand von erfolgreichen Aufwertungsprojekten näher zu bringen. In einem Flyer haben wir die wichtigsten Informationen zu den Baselbieter Waldschmetterlingen zusammengestellt. Im Mai 2017 findet der gleiche Kurs für den Forstkreis 2 statt.

August 2016

Neue Erkenntnisse zum Wegerich-Scheckenfalter

Nach dem guten Flugjahr 2015 konnten auch 2016 wieder mehrere Raupengespinste des Wegerich-Scheckenfalters (Melitaea cinxia) in Soyhières JU gefunden werden. Die Funde zeigen, dass die Art die gut beweideten Flächen besiedelt, und sich die Überwinterungsgespinste überwiegend nahe der Erdoberfläche befinden. Die Beobachtungen geben wichtige Aufschlüsse über die genauen Habitatansprüche der Zielart und ermöglichen uns, die Pflege der Flächen zu optimieren.

Juli 2016

Kleiner Schillerfalter im östlichen Tafeljura

Auch dieses Jahr konnten wieder mehrere Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) im südöstlichen Kantonsteil beobachtet werden. Das Projekt «Tagfalterschutz BL» fördert Weichhölzer als Raupenfutterflanzen für Schillerfalter im Raum Rothenfluh. Wir sind zuversichtlich, dass diese Massnahmen von den Schillerfaltern und einer Vielzahl anderer Insekten angenommen werden.

Mai 2016

Larvalhabitat des Gelbringfalters entdeckt

Im 2015 neu entdeckten Fluggebiet des Gelbringfalters ging es dieses Frühjahr darum, die Entwicklungsorte der Raupe aufzuspüren, denn für spätere Massnahmen ist dieses Wissen eine wichtige Voraussetzung. Markus Fluri von der Arbeitsgruppe gelang es mit seiner Spürnase und viel Ausdauer nach drei Stunden nächtlicher Suche die erste Raupe zu entdecken. Weitere 5 Raupen gingen ihm in den folgenden Stunden und einer weiteren Nacht «ins Netz». Die Raupen entwickeln dich demnach in Beständen der Weissen Segge, an Stellen die viel schattiger sind, als wir ursprünglich vermutet hatten. Diese wichtige Kenntnis der Ökologie der Art bringt uns einen grossen Schritt weiter.

Juli 2015

Erfolgskontrolle am Lenenchöpfli

Wir dürfen zufrieden feststellen, dass mit den vor einigen Jahren im Rahmen von «Tagfalterschutz BL» initiierten Eingriffen der Pfeifengras-Föhrenwald am Lenenchöpfli (Breitenbach SO) deutlich aufgewertet werden konnte. Ein Wiederfund des Gelbringfalters Lopinga achine gelang aber noch nicht.

Juni 2015

Sensationelle Wiederentdeckung des Gelbringfalters an der Grenze zum Baselbiet

Unser engagierte Helfer Christoph Katzenmaier hat im Grenzgebiet der Gemeinden Beinwil und Lauwil überraschend ein bisher unbekanntes Vorkommen des Gelbringfalters (Lopinga achine) entdeckt. Er konnte gleich mehrere Tiere beobachten, eines sogar auf Baselbieter Boden. Für uns eine Sensation und die riesige Chance, dass sich die Art mit geeigneten Aktionen auch wieder im Kanton Baselland ansiedelt, wo sie derzeit als verschollen gilt.
Am Fundort dominieren nicht die sonst typischen lichten Waldbestände. Einzelne Bereiche mit Föhre und gut entwickelter Krautschicht kommen aber als Fortpflanzungsgebiet in Frage.

Mai 2015

Ökologie von Grünwidderchen-Arten erforscht

Zusammen mit dem deutschen Spezialisten Stefan Hafner besuchten wir die Lebensräume der beiden Zielarten . Dabei konnten die Minen der Raupen zahlreich gefunden werden. Die Exkursion lieferte uns wertvolle Informationen zum aktuellen Zustand der Lebensräume, zu den Einflüssen der Bewirtschaftung und zu möglichen Aufwertungsmassnahmen.
Fazit: Den beiden Grünwidderchen-Arten geht es auf den Weiden in Soyhières und Liesberg besser geht als wir befürchtet hatten. Lokal konnten sehr hohe Raupendichten festgestellt werden

Wieder grosse Bestände des Wegerich-Scheckenfalters

Überraschend zahlreich konnte im Mai der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia), in seinen letzten Baselbieter Lebensräumen in Liesberg und Soyhières festgestellt werden. Nach mehreren Jahren mit besorgniserregend wenigen Beobachtungen ist dies ein grosser Aufsteller. Wir nahmen die Freude gleich zum Anlass, die Schutzbemühungen für unser grösstes Sorgenkind im Rahmen eines neuen Teilprojekts zu intensivieren. Dank der rasch gestarteten Aktivitäten haben wir bereits wichtige Aspekte der Ökologie geklärt. Namentlich konnten die Eiablage beobachtet und zahlreiche Eigelege gefunden werden. Diese Beobachtungen geben wichtige Aufschlüsse über die genauen Habitatansprüche der Zielart.

Spannende Exkursion mit unseren Zürcher Freunden

Auf der Jahresexkursion 2015 demonstrierten uns die KollegInnen des Vereins Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich wertvolle Lebensräume, seltene Tagfalterarten sowie ihre Rezepte für die Aufwertung der Habitate. Beeindruckt waren wir vor allem von den ausgedehnten aufgelichteten Wäldern.

April 2015

Wichtiger Eingriff für das Bergkronwicken-Widderchen im Gebiet Wasserfallen

Ein Magerrasen im Bereich der Vorderen Wasserfallen ist derzeit der einzige Fundort des Bergkronwicken-Widderchens (Zygaena fausta) im Kanton Baselland (link zum Projekt). Eine kleinflächige aber wichtige Lebensraumaufwertung konnten wir im angrenzenden Waldrand auf rund 10 Aren realisieren. In der sehr flachgründigen Hangpartie wurden etwa 12 Bäume gefällt und das Gebüsch im Unterholz entfernt. Zwischen den frei stehenden Bäumen können sich die lichthungrigen Kräuter nun gut entwickeln. Auch die Wirtspflanze der Raupe konnte bereits in wenigen Exemplaren auf der Aufwertungs­fläche registriert werden. Die Arbeiten erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Forst, dem Bewirtschafter und der Stiftung Wasserfallen, der Eigentümerin der Fläche. Die Bilder zeigen die Fläche vor und nach dem Eingriff.

Juni 2014

 Erfolgreiche Jahresexkursion

Die Jahresexkursion 2014 hat uns auf die berühmte Dittinger Weide geführt. Obwohl das Gebiet für seinen Artenreichtum bekannt ist, ist die Liste der beobachteten Tagfalter recht bescheiden. Ziel war es mehr über die Präsenz der beiden Jordanita-Arten (link zum Projekt) zu erfahren und mit etwas Glück alte Nachweise von Pyrgus serratulae und Pyrgus accretus zu bestätigen.
Trotz wenig Sonne konnten zahlreiche spannende Arten beobachtet werden, u.a. Argynnis aglaja, Argynnis adippe, Boloria dia, Hipparchia semele, Zygaena transalpina und Zygaena loti. Bei den Grünwidderchen konnten sowohl Jordanita globulariae wie J. notata bestätigt werden, insgesamt in stolzen 15 Exemplaren. Ferner konnte ein frisches Weibchen aus der Gattung Pyrgus fotografiert werden, das uns auf Pyrgus accretus hoffen lässt. Dem Hinweis muss im kommenden Jahr noch einmal nachgegangen werden, zumal der letzte gesicherte Nachweis von 1927 von der Blauenweide datiert.

Mai 2014

Kartierung der Grünwidderchen-Arten zusammen mit Freiwilligen

Bevor konkrete Förderungsmassnahmen zugunsten der beiden national stark gefährdet Grünwidderchen-Arten (link zum Projekt) wurde bereits gestartet an die Hand genommen werden können, müssen ein paar wichtige Fragen geklärt werden.

1. Wo kommen die beiden Arten aktuell noch vor? Welche Wiesen, welche Weiden sind besiedelt? Bisher bekannt ist ein Schwerpunkt in Liesberg im Laufental.

2. An welchen Stellen entwickeln sich die Raupen? Welche Rückschlüsse können aus den exakten Fundorten hinsichtlich der Lebensraumansprüche gezogen werden? Welche der beiden Flockenblumen-Arten wird allenfalls bevorzugt?

Da die Frassspuren der beiden Arten im Gelände relativ einfach entdeckt werden können, konnten wir zur Beantwortung dieser Fragen auf unser Team freiwilliger HelferInnen zurückgreifen. Am ersten Juni wurden sieben «Jordanita-KartiererInnen» am Räschberg in Liesberg ausgebildet. Hier wurde ihnen die Bestimmung der beiden Nahrungspflanzen (Skabiosen- und Wiesen-Flockenblume) erläutert, das typische Frassbild der Raupen wurde präsentiert und es wurden bereits die ersten befallenen Pflanzen gemeinsam kartiert. Ausgerüstet mit diesen Erfahrungen und einem Flyer, der die wichtigsten Fakten attraktiv zusammenfasst, sind die HelferInnen in den darauffolgenden zwei Wochen alleine oder in kleinen Gruppen ausgeschwärmt, um weitere Vorkommen zu entdecken.
Der Aufwand hat sich gelohnt: In Liesberg, Dittingen und Soyhières konnte die Reproduktion an mehreren Stellen belegt werde. Noch keine Nachweise gelangen bisher in Kleinlützel, Blauen und Nenzlingen. Dort soll die Suche im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Wir danken allen Freiwilligen für ihren super Einsatz!

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